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Stadt der Moderne
Chemnitz lebt seine Gegensätze – Industrie und Kultur, Tradition und Moderne.
Binnen weniger Jahre hat sich die drittgrößte Stadt in den neuen Bundesländern zum heutigen Erscheinungsbild verwandelt und empfängt Besucher als lebendige moderne Großstadt im Herzen von Sachsen. Rund 250.000 Einwohner erfüllen die Stadt mit buntem und abwechslungsreichem Leben. Das reizvolle Flair ergibt sich aus dem Neben- und Miteinander von 850 Jahren Stadtgeschichte, gewachsener Industriearchitektur und den Aufbauleistungen der Nachwendezeit. Die einzigartigen Entwicklungen der vergangenen Jahre prädestinieren Chemnitz als Stadt der Moderne. Damit knüpft Chemnitz an die Anfang des 20. Jahrhunderts europaweit wahrgenommene Bedeutung an. Rückbesinnend auf die historischen Tugenden der langjährigen Stadtgeschichte ergibt sich ein nachvollziehbarer kultureller Bezug zur Epoche der „Moderne“. Gleichzeitig spiegelt sich eine vergleichbare Offenheit für Neues und Experimentelles und Zukunftorientiertheit in Kunst und Gesellschaft wieder. |
Blütezeit
In Chemnitz haben im Gegensatz zu anderen Städten nicht die Fürsten ein reiches Kulturerbe hinterlassen, sondern die einflussreichen Kaufleute und Großindustriellen für einen Fundus an Kunst und Architektur gesorgt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die Stadt eine kulturelle und architektonische Blüte. Mit Theater, Museum, Neuem Rathaus brachte Stadtbaurat Richard Möbius großstädtisches Flair in die City. Ein besonderes Vermächtnis der Vergangenheit ist der Chemnitzer Kaßberg. Hier befindet sich eines der größten zusammenhängenden und aufwändig sanierten Gründerzeit- und Jugendstilviertel Europas.
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Tummelplatz namenhafter Architekten
Schon Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entwarf Henry van de Velde ein Wohnhaus für die Textilunternehmerfamilie Esche. Bekannt als Architekt, Produkt-, Garten- und Modegestalter, erschuf der belgische Künstler van de Velde ein Gesamtkunstwerk europäischen Ranges – dessen heutiger Nachhall größer ist als die Kenntnisnahme zu jener Zeit. Heute beherbergt die Villa Esche das Henry van de Velde Museum und ist Begegnungsstätte mit Veranstaltungen wie Ausstellungen, Tagungen und Konzerten. Die Villa Esche zählt zu einem wichtigen Bestandteil der Europäischen Henry van de Velde-Route, die über Frankreich, Belgien, Holland und Deutschland führt.
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Das neue Bauen
1925 entwarf der Stadtbaurat Fred Otto ein Bauhaus-Meisterwerk: das Stadtbad. Unterbrochen durch die Weltwirtschaftskrise konnte das Bauwerk erst 1935 fertig gestellt werden. Einen weiteren Höhepunkt des modernen Bauens brachte 1928 der Architekt Max Feistel mit seiner eigenen Villa am Kesselgarten hervor. Noch konsequenter als andere Architekten machte er sich für eine Orientierung am Bauhaus stark. In den 30er Jahren setzte Erich Mendelsohn mit dem Kaufhaus Schocken neue Maßstäbe. Dieses bedeutsame Werk der europäischen Architektur des 20. Jahrhunderts zählt zu den bedeutendsten Bauhaus-Zeugnissen in Sachsen. Die folgenden Jahre waren gekennzeichnet durch Zerstörung, Befreiung und Besetzung.
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Architektonische Wende
Das Jahr 1956 leitete eine Wende in der Chemnitzer Architektur ein. Früher als in anderen Großstädten wurde eine eindeutige Neuorientierung vollzogen. Erste neomoderne Bauten entstanden: IHK-Gebäude von Rudolf Weißer und Hans Förster, Hochhaus Promenadenstraße von Moritz Schunk, Eckhaus an der Carolastraße von Horst Neubert. Eine Neuheit in der DDR-Architektur stellten die 1962 fertig gestellten Wohnblöcke an der Straße der Nationen dar. Charakteristisch sind die vorgelagerten Pavillons. Ein Jahr später folgte die ersten Glasfassaden an der Brückenstraße – mit Stadthalle und Interhotel Kongreß schuf Rudolf Weißer den wichtigsten Komplex dieser Periode. Rund um das alte und neue Rathaus entstand nach der Wende eine urbane Flanier- und Einkaufsmeile mit einer gelungenen Mischung von Historischem und Gegenwärtigem.
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Modernes Flair
Neben Baudenkmälern der klassischen Moderne prägen heute Gebäude der Gegenwart das innerstädtische Stadtbild. International berühmte Architekten wie Helmut Jahn, Hans Kollhoff und Christoph Ingenhoven trugen maßgeblich zum modernen Erscheinungsbild bei. 2006 wurde die Chemnitzer Innenstadt mit dem DIFA-Award für innerstädtische Quartiere ausgezeichnet. Damit wurde die hohe Lebensqualität, das Nebeneinander von Arbeiten, Wohnen und Freizeit prämiert.
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Industriekultur
Industriedenkmäler dokumentieren die Blüte aus längst vergangenen Zeiten und zeichnen sich im innerstädtischen Stadtbild ab. Der Uhrenturm der Maschinenfabrik Schubert
& Salzer AG, die Strumpffabrik von Moritz Samuel Esche und die Schönherr-Fabrik zeigen das reiche industriearchitektonische Erbe der Stadt. Interessant ist die Umnutzung der einstigen Industriegebäude. So findet sich in den Hallen der Werkzeugmaschinenfabrik der Gebrüder Escher heute das Industriemuseum wieder. Die ehemaligen Wanderer Werke AG, früher erfolgreicher Produzent von Schreibmaschinen, Fahrrädern und Autos, beherbergen nun das moderne Messe- und Veranstaltungszentrum, die Chemnitz Arena. Das zeigt: Chemnitz war und ist eine Stadt der Moderne, einer industriellen, künstlerischen und eben auch architektonischen Moderne.
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Kulturelle Vielfalt
Die Stadt bietet auch ein breites Spektrum an kulturellen Angeboten und Erholungsmöglich- keiten. Chemnitz genießt den größten Grünflächenanteil pro Einwohner aller sächsischen Großstädte – über 1000 Hektar an Parks, Waldgebieten und Wiesen laden zum Verweilen ein. Das städtische Theater gehört zu den großen Mehrspartentheatern Deutschlands mit einem vielseitigen Repertoire von Oper, Operette, Musical, Ballet, Schauspiel und Puppenspiel. Besondere Höhepunkte im Jahr sind die Festivals wie das Sächsische Mozartfest im Frühjahr oder das Kulturfestival BEGEGNUNGEN im Herbst mit einer anspruchsvollen Mischung aus Musik, Tanz und Theater. Im Bereich der Bildenden Kunst beherbergen die Kunstsammlungen Chemnitz im Fundus über 55.000 Werke insbesondere aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Mit legendären Ausstellungen internationaler Künstler wie Edvard Munch, Picasso und Toulouse-Lautrec hat sich das Kunstmuseum, welches zudem das größte in Südwestsachsen ist, einen Namen gemacht. Außerdem befinden sich die umfangreichste Kunstbibliothek und die zweitgrößte Textilsammlung für dieses Gebiet in den Kunstsammlungen Chemnitz. Kernstück des Kunstmuseums ist die deutschlandweit zweitgrößte Sammlung von Werken Karl Schmidt-Rottluffs. 1884 in Chemnitz geboren, war er Mitbegründer der expressionistischen Künstlervereinigung „Brücke“. Gemeinsam mit Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Fritz Bleyl zählt Schmidt-Rottluff zu den Repräsentanten des deutschen Expressionismus und zu den Wegbereitern der Klassischen Moderne. Marianne Brandt, die Chemnitzerin, die zeitweise die Metallwerkstatt des Dessauers Bauhauses leitete, beeinflusste ebenso maßgeblich die kunstgeschichtliche Entwicklung der Stadt Chemnitz. Ein Kulturtempel mit innovativer, in Deutschland einmaliger Kombination verschiedener Einrichtungen sowie Ladenstraße und Café ist im DAStietz zu finden. Volkshochschule, Stadtbibliothek, Neue Sächsische Galerie und Museum für Naturkunde – befinden sich hier alle unter einem Dach. Mit der Eröffnung des Museums Gunzenhauser wird eine der deutschlandweit größten Privatsammlungen von Kunst der Klassischen Moderne und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dauerhaft in Chemnitz zu sehen sein.
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Wirtschaftsstärke
Chemnitz kann sich facettenreiche Kultur und Architektur leisten, denn der Stadt ist es nach der Wende gelungen, erfolgreich an ihre große industrielle Tradition anzuknüpfen. Dafür wurde Chemnitz 2005 zur „History-Stadt der Wiedervereinigung“ gewählt. Die Stadt hatte es geschafft die positivste Bilanz in Wirtschaftswachstum und Erscheinungsbild seit der Wende zu erreichen. Chemnitz ist inzwischen wieder einer der stärksten Wirtschaftsstandorte in den neuen Bundesländern und gehört zu den zehn am meisten wachsenden Städten in Deutschland. Der ansässige Automobilhersteller Volkswagen gilt als umsatzstärkstes Industrieunternehmen in ganz Ostdeutschland. Mit herausragenden Kompetenzen in der Herstellung von Werkzeug-, Textil- und Sondermaschinen bildet Chemnitz das Zentrum des ostdeutschen Maschinenbaus. High-Tech, Forschung und Entwicklung sind die Motoren der aufstrebenden Universitätsstadt. Maschinenbauer, Automobilhersteller und Textilbetriebe, Softwareentwickler und eine Vielzahl innovativer kleiner und mittlerer Unternehmen exportieren die Ergebnisse des sprichwörtlichen sächsischen Erfindungsreichtums in die ganze Welt, in verschiedensten Forschungseinrichtungen und an der Technischen Universität wird an Produkten und Lösungen für die Zukunft gearbeitet. Eine Verflechtung von Wissenschaft, Forschung und Industrie entsteht 2009 mit dem Smart System Campus. In dem Multifunktionshaus werden Firmen in enger Forschungskooperation mit der Technischen Universität Chemnitz arbeiten. Damit entsteht ein in Chemnitz einmaliger Excellenzstandort für Mikrosystemtechnik und Nanoelektronik.
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Traditionell Modern
Unternehmenserfolge haben in Chemnitz Tradition. Die Wurzeln des deutschen Automobilbaus liegen in Chemnitz und der Region – die vier Ringe von Audi vereinigten sich in der Stadt. Innovationen sind seit jeher typisch für Chemnitz – die Thermoskanne, der Nullenzirkel und das weltweit erste vollsynthetische Waschmittel wurden hier erfunden. Persönlichkeiten wie Richard Hartmann, der „Loko- motivkönig“, oder Herbert Eugen Esche, der Begründer der westsächsischen Maschenwarenindustrie, stehen für die Innovationskraft der damaligen Industriemetropole. Modernität ist eben Tradition in Chemnitz!
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Text und
Bilder © CMT City-Management und Tourismus Chemnitz GmbH
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