Ehingen (Donau)

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Historischer Stadtrundgang

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1. Wehrgang
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2. Pfisterturm
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3. St. Blasius
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4. Marktplatz &  5. Rathaus
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6. Ehemaliges Ständehaus
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7. Schlösschen
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8. Brunnen am Marktplatz
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9. Ritterhaus
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10. Benediktinerkolleg & Herz-Jesu-Kirche
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11. Speth´scher Hof
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12. Hohes Haus
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13. Oberschaffnei
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14. Zisterzienserabtei Salem
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15. Vogtei
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16. Heilig-Geist-Spital
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17. Liebfrauenkirche &
18. Franziskanerkloster
Die Anfänge Ehingens lagen in der Schmiechniederung in der Unteren Stadt, die noch im 15. Jahrhundert als Altstadt bezeichnet wurde. Im Stadtbild lässt sich dieser organisch gewachsene Teil der Stadt, dessen Gassen dem Verlauf des Flüsschens Schmiech und dem Gelände heute noch folgen, leicht von der Oberen Stadt unterscheiden. Letztere entstand unter Federführung der Grafen von Berg und weist planmäßig sich rechtwinklig schneidende Straßen und Gassen auf. Die Grafen von Berg waren es auch, die Ehingen wohl um 1230 zur Stadt ausbauten.

Zunächst begann man die Obere Stadt mit einer Ummauerung zu schützen. Aber nur wenig später wurde auch der alte Siedlungskern an der Schmiech in die Befestigungsanlagen einbezogen. Reste dieser Stadtmauern sind beim ehemaligen Franziskanerkloster, im Bereich des Marchtalerhofes sowie insbesondere am Viehmarkt zu sehen. Dort wurde ein kleiner Abschnitt des Wehrganges *1* rekonstruiert. Nicht weit davon sicherte der Pfisterturm *2*, ein mit Geschützpforten versehener Artillerieturm, die stark gefährdete Nordseite der Stadt.

Die Stadtpfarrkirche St. Blasius *3* weist noch Bauteile aus dem 14. Jahrhundert auf. Ihr Erscheinungsbild wird aber vor allem von den Umbauten bestimmt, die in mehreren Abschnitten im Verlauf der Barockzeit vorgenommen wurden. Einschneidend waren insbesondere die mehrfachen Verbreiterungen des Kirchenschiffes sowie die Barockisierung 1738. In den Jahren 1754/58 wurde der Chorbereich, der beim Stadtbrand 1749 stark beschädigt worden war, neu gestaltet. Der Turm wurde 1888 erneuert, wobei man das ältere Untergeschoss beibehielt. Das Oberteil erhielt sein heutiges Aussehen 1958.

Gegenüber der Unteren Stadt galt die Oberstadt immer als bevorzugter Standort innerhalb Ehingens. Hier befindet sich der Marktplatz *4* mit wichtigen Amtsgebäuden. An seiner Südseite steht das Rathaus *5*, das 1713 errichtet wurde. Ein Vorgängerbau war 1688 bei einem Einfall der Franzosen den Flammen zum Opfer gefallen.

Das Landhaus der schwäbisch-österreichischen Landstände *6* ließ 1750 der Posthalter und Apotheker Mennas Menne an Stelle seiner beim Stadtbrand 1749 vernichteten Apotheke errichten. In den Besitz der Stände ging das Haus erst 1769/70 über. Diese stellten das noch nicht vollendete Gebäude in den folgenden Jahren fertig. 1805 fiel es an den württembergischen Staat, der es für sein Oberamtsgericht nutzte. Heute befindet sich hier das Amtsgericht.

Der Adel der Umgebung verfügte vielfach über eigene Häuser in Ehingen. Im so genannten Schlösschen *7*, an der Nordwestecke des Marktplatzes, saßen die Herren von Ellerbach. Später wohnte hier der Mundartdichter Carl Borromäus Weitzmann (1767-1828).

Der Brunnen *8* des Göppinger Bildhauers Kurt Grabert schmückt sei 1987 den Marktplatz. Mit seinen verschiedenen Motiven verweist er auf unterschiedliche Aspekte aus der Geschichte Ehingens.

Ebenfalls an herausgehobener Stelle, an der Oberen Hauptstraße, finden wir das Kanzleigebäude des Kantons Donau der Reichsritterschaft – das so genannte Ritterhaus *9*. 1692 errichtet, überragt es mit seinem kraftvollen Barockgiebel die benachbarten Bürgerhäuser und legt Zeugnis vom Selbstbewusstsein der Ritter ab. Derzeit ist dort eine Außenstelle des Landratsamtes untergebracht.

Den Abschluss der Oberen Stadt nach Norden zum Groggental bildet das ehemalige Benediktinerkolleg mit Herz-Jesu-Kirche *10*. 1698 bis 1709 wurde der mächtige Baukörper für das Gymnasium von den Patres der nahen Abtei Zwiefalten errichtet. 1719 folgte die Kollegiumskirche zum Herzen Jesu. Die Pläne gehen auf den bekannten Barockbaumeister Franz Beer aus Vorarlberg zurück. Nach 1825 wurde hier ein bischöfliches Konvikt eingerichtet. Nach verschiedenen anderen Nutzungen dient das Kolleggebäude seit 1995 als Grundschule.

In unmittelbarer Nachbarschaft, ebenfalls an der Stadtmauer zum Groggental, steht der Speth`sche Hof *11*. Der eindrucksvolle Fachwerkbau wurde von den Herren von Speth 1624 als Stadthaus errichtet und weist in seinem Inneren teilweise kunstvolle Stuckdecken auf. Heute wird es als Jugendhaus genutzt.

Eine ganze Reiche benachbarter Klöster unterhielt in der Stadt Schaffneien zum Sammeln, Lagern und Vermarkten von Abgaben aus der Umgebung. Sie alle lagen im Bereich der Oberen Stadt, jeweils in der Nähe der Stadtmauer. Der ehemalige Marchtaler Klosterhof, das so genannte Hohe Haus *12* an der Schwanengasse, zählt zu den eindrucksvollsten Bauten der Stadt. Um 1400 wurde es von den Herren von Stain zu Rechtenstein als Stadtsitz erbaut. Berthold von Stain veräußerte es 1492 an die Reichsabtei (Ober) Marchtal. Diese ließ im gleichen Jahr die Elisabethenkapelle errichten.

Der Hof des Benediktinerinnenklosters Urspring bei Schelklingen, die so genannte Oberschaffnei *13*, entstand in den Jahren um 1687. Ab 1827 wurde sie von der Universität Freiburg zur Verwaltung ihrer, bei Ehingen gelegenen Besitzungen genutzt. Derzeit sind hier Unterrichtsräume der städtischen Volkshochschule sowie der Musikschule untergebracht. Wenige Häuser weiter findet sich der frühere Hof der Zisterzienserabtei Salem *14*. Diese erbaute ihre Schaffnei am Gänsberg ab 1586. Heute hat hier das staatliche Vermessungsamt seine Diensträume.

Gegenüber liegt die sogenannte Vogtei *15*, deren Barockportal aus dem Jahre 1775 stammt. Von hier aus verwaltete man früher die österreichischen Lehensgüter in der Umgebung der Stadt.

Bereits zur Unteren Stadt gehört das ehemalige Heilig-Geist-Spital *16*, das um 1340 von Ehinger Bürgern gegründet wurde. Es bildete mit seinen zahlreichen Nebengebäuden einst einen geschlossenen Baukomplex und war gegen die Stadt durch eine Mauer abgeschlossen. Das Spital hatte für die Versorgung all derjenigen zu sorgen, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr selbst ihre Nahrung, Kleidung und Unterkunft beschaffen konnten. Zudem bot es vermögenden Zeitgenossen die Möglichkeit, Pfründen zu erwerben und sich somit einen sorgenfreien und unbeschwerten Lebensabend zu sichern.

Die seit dem 19. Jahrhundert profanierte Spitalkapelle stammt noch aus den Jahren um 1493. Das so genannte Neuhaus mit seinem eindrucksvollen Fachwerk kann auf das Jahr 1532 datiert werden. Es beherbergt heute die Sammlungen des städtischen Museums.

Die ersten Anfänge der Liebfrauenkirche *17* reichen bis in das Jahr 1239 zurück. Damals stiftete Graf Ulrich von Berg eine bescheidene Kapelle. 1454 musste diese einem dreischiffigen, spätgotischen Kirchenbau weichen. Aus dieser Zeit stammen die unteren Geschosse des Turmes. Vor allem im Verlauf des 17. Jahrhunderts entwickelte sich eine rege Wallfahrt zum dort verehrten aufbewahrten Gnadenbild (um 1500).

Daran hatten nicht zuletzt die Franziskaner erheblichen Anteil, die noch kurz vor dem 30jährigen Krieg die Betreuung der Kirche übernommen hatten.

Das barocke Erscheinungsbild der Kirche geht auf die Umbauten der Jahre nach 1725 zurück. Mit der Errichtung des unmittelbar angebauten Franziskanerklosters *18* wurde 1650 begonnen.

Im Bereich der Lindenstraße und der anschließenden Biberacher Straße haben sich noch einige durchaus sehenswerte Wohnhäuser der Gründerzeit erhalten. Dazu gehört auch das frühere Wohnhaus des Ehinger Oberamtsarztes Michel Buck (1832 – 1888), der zudem als Mundartdichter und Volkskundler bekannt ist.


Führungen nach Vereinbarung
Tel. 07391/750 65 (Museum)
Tel. 07391/503-531 (Stadtarchiv)
Fax: 07391/ 503-555



Vielen Dank an die Stadt Ehingen (Donau) für diese Bilder und für diesen Text.

Alle Bilder & Text © Stadt Ehingen (Donau)


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