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„Glückauf“ in Neuenbürg
Besucherbergwerk „Frischglück“ ist ein gern besuchtes Denkmal der alten Arbeitswelt im Innern der Erde / „Spectaculum-Ferrum“-Pfad vom und zum Schloss mit seinem einzigartigen Museum. Seit vielen Jahren schon ist das Besucherbergwerk „Frischglück“ in Neuenbürg ein beliebtes Ausflugsziel. Interessierte Schulklassen, Vereine, Firmen, Seniorengruppen und Familien können bei ihrem Ausflug in den Nordschwarzwald dieses Denkmal der alten Arbeitswelt im Innern des Berges bei einem rund einstündigen Rundgang kennen lernen. Die Bergwerksanlage „Frischglück“ ist Teil der einstigen, historischen „Königlich-Württembergischen Eisenerzbergwerke“ des Neuenbürger Gangreviers. Schon Kelten haben vor mehr als 2500 Jahren in den Wäldern um Neuenbürg nach Eisenerz gegraben und das Erz verhüttet. Archäologische Grabungen haben nachgewiesen, dass sich auf der heutigen Neuenbürger Stadtgemarkung wohl das älteste, größte und bedeutendste keltische Eisenproduktionszentrum in Mitteleuropa aufzuweisen hat.
Blick in die Geschichte
Seine Blütezeit erreichte der Bergbau im Neuenbürger Revier – in dem mehr als 80 Mineralgänge bekannt sind – im 18. und 19. Jahrhundert. Aus dieser Zeit sind noch viele Arbeitsspuren und Abbau-Techniken der alten Bergleute zu sehen. Doch werden den Besuchern beim Rundgang auch zahlreiche mineralogisch interessante Gesteinsformationen gezeigt. Die Führung beginnt am unteren Stollenmund, wo zunächst das Gruben-Modell erläutert wird, und führt über drei Sohlen, die durch eine Wendeltreppe miteinander verbunden sind. Über eine Brücke geht es zur zweiten Sohle, wo der sogenannte Kokardengang mit Eisen- und Manganerzen unterschiedlichster Mineralisierung die schönste Füllung präsentiert. Eine weitere Treppe führt zur dritten Sohle und zum 30-Meter-Blindschacht und zu den unter UV-Licht fluoreszierenden (leuchtenden) Mineralien aus verschiedenen Schwarzwald-Revieren. Eigentümer des Besucherbergwerks ist die Stadt Neuenbürg; Betreiber der Verein „Frischglück“-Arbeitsgemeinschaft Neuenbürger Bergbau e.V. Dieser Verein, im Jahre 1980 offiziell gegründet, hat in siebenjähriger, rund 22 000 Stunden umfassender freiwilliger und damit unbezahlter Arbeit dieses historische Bergwerk aufgewältigt. Schon Jahre vorher hatte eine Gruppe von Idealisten mit ersten Suchgrabungen und Stollensicherungen den „Boden“ für das – bis heute andauernde, mühevolle und rührige – Engagement in Zusammenhang mit der Aufwältigung und Erforschung des bis in die Keltenzeit zurückreichenden Bergbaues auf Eisen im Bereich der einstigen Berg- und Oberamtsstadt bereitet. 1985 wurde das Schaubergwerk offiziell eingeweiht. Seitdem wurden über 300 000 Besucher aus allen Erdteilen gezählt.
Pflege der bergmännischen Tradition
Die „Frischglück“-Arbeitsgemeinschaft Neuenbürger Bergbau e.V. hat zudem die schöne bergmännische Tradition alter Zeit in vielfältiger Weise wieder aufleben lassen. So wird Jahr für Jahr zur Ehren der Schutzheiligen der Bergleute in festlichem Rahmen der Barbaratag begangen. Zudem tritt die „Frischglück“-ARGE Bergbau regelmäßig – so wie zum Beispiel beim großen Festzug der Heimattage Baden-Württemberg, beim Festzug des Cannstatter Volksfestes, vor allem aber auch bei Bergmannstagen im In- und Ausland – in besonderer Weise in Erscheinung, denn für seine aktiven Mitglieder hat der Verein vor Jahren eine Bergmannstracht (Habit genannt) angeschafft, welche dem historischen Vorbild des 18. und 19. Jahrhunderts nachgeschneidert wurde. Dem nicht genug präsentiert sich der rührige Verein regelmäßig auch im Verlauf von Mineralien- und Tourismusbörsen im badischen und württembergischen Raum. Zu zahlreichen Bergmannsvereinen in verschiedenen Bundesländern, im Elsaß und in Südtirol, bestehen freundschaftliche Kontakte. Seit 1984 zählt die „Frischglück“-ARGE Neuenbürger Bergbau zudem zu den aktivsten Vereinen im Landesverband der Bergmannsvereine und bergmännischen Musikvereine Baden-Württemberg. Wichtigstes Aufgabengebiet aber ist und bleibt der Betrieb des Besucherbergwerks, denn der Verein koordiniert die Führungen und kümmert sich um all die Arbeiten, welche für einen problemlosen, sicherheitsgemäßen Ablauf vonnöten sind. All diese Aktivitäten und Arbeiten werden seit Anbeginn von der Stadt Neuenbürg tatkräftig und auch finanziell großzügig unterstützt. In einem von Mitgliedern des Gemeinderates und Mitgliedern des Vereinsausschusses paritätisch besetzten Stollenausschuss, dessen Vorsitz Bürgermeister Theo Schaubel innehat, werden all die für einen reibungslosen Betrieb notwendigen Fragen und Aufgaben vorbereitet.
Die Öffnungszeiten
Das historische Besucherbergwerk „Frischglück“ liegt direkt an der Verbindungsstraße zwischen Neuenbürg und dem Stadtteil Waldrennach. Unterhalb des Stollens befindet sich ein Parkplatz, der sich auch für Busse eignet. Von und zum Bergwerk können auch schöne Wanderungen oder Radtouren unternommen werden. Führungen durch die „Frischglück“-Grube finden an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr statt. Gruppen ab 10 Personen können nach vorheriger Anmeldung auch außerhalb dieser Zeiten durch das Bergwerk geführt werden. Montags und dienstags ist Ruhetag. Während der Sommerferien ist das Bergwerk jeweils mittwochs bis freitags von 11 Uhr bis 15 Uhr für Einzelpersonen und Familien geöffnet. Die Führungen können mit zirka 15 bis 20 Personen im Abstand von 10 Minuten erfolgen. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 4,00 €, in der Gruppe 3.50 €, für Kinder und Schüler von 6 bis 12 Jahre 2.50 €. Während der Öffnungszeiten besteht die Möglichkeit zur Einkehr in der „Stollenschänke“. Dort sind Erfrischungen aller Art, Kaffee, Kuchen und Eis sowie warme Gerichte erhältlich.
Historischer Weg zum Schloss
Der „Spectaculum-Ferrum“-Pfad – ungefähr drei Kilometer lang – führt vom Neuenbürger Schloss mit seinem einzigartigen Museum zum Bergwerk. Neuenbürg, das mit seinem einzigartigen Museum ein weiteres bietet. Schon im Schlossmuseum, dem „Highlight“ im Enztalstädtchen, begegnet der Besucher im den Abenteuern des Kohlen-Munk-Peter’s und Holländer-Michel’s aus dem Hauff‘schen Märchen „Das kalte Herz“, aber auch kulturgeschichtlichen Besonderheiten des Nordschwarzwaldes. Das Märchen ist eine lebendige, elektromechanisch gesteuerte Theater-Inszenierung, wie sie bislang nirgendwo erlebbar ist. Entsprechend sorgt dieses Museum weithin für Furore. Schließlich ist noch die altehrwürdige St.-Georgs-Kirche am Schlossberg zu erwähnen, welche wertvolle, ja einzigartige Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert in sich birgt. Dieses kulturhistorische Kleinod wurde von der Stadt Neuenbürg in Zusammenarbeit mit der Denkmalbehörde aufwändig restauriert; und präsentiert sich seitdem in neuem „Glanz“. Die alte Berg- und Oberamtsstadt an der Enz hat wahrlich viel zu bieten.
Informationen sowie
Anmeldung für Bergwerk und Schloss:
Tel. 07082 / 79 28 60 Telefax 79 28 70 info@schloss-neuenbuerg.de per Internet: www.frischglueck.de www.schloss-neuenbuerg.de Vielen Dank an Herrn Härter vom Verkehrs- und Kulturamt Neuenbürg für den Text. |
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